Wer seid ihr, woher kommt ihr und was ist PREPARO?

Thomas:
Erst einmal danke für die Einladung.
Wir sind PREPARO – ein HR-Startup aus Berlin. Entstanden ist die Idee als wir beide noch Studenten in Rostock und Wismar waren und uns bei der Gründung einer studentischen Gründungsinitiative getroffen haben. Wir hatten beide schon Erfahrung im Personalbereich und haben ähnliche Herausforderungen gesehen. Je mehr wir uns mit dem Thema beschäftigt haben, mussten wir feststellen, dass es keine passenden und zufriedenstellenden Lösungen am Markt gab.

Benjamin:
Da haben wir dann angefangen an PREPARO zu arbeiten. PREPARO ist eine App für Bewerber im Bereich der Dienstleistungen. Gerade hier sagen Lebensläufe wenig aus und es geht um das, was der Bewerber an Persönlichkeit, Auftreten und Ausstrahlung mitbringt. Mit dem Motivationsschreiben oder Foto kann man das nicht einfangen. Mit dem Video schon.
Thomas:
Genau, Bewerber bekommen so die Chance einen echten ersten Eindruck zu hinterlassen. Unternehmen haben den Vorteil, dass sie schnell und kostengünstig erkennen können, ob sie einem Bewerber die Arbeit am Kunden oder Gast zutrauen. So erlebt man weniger böse Überraschungen im Bewerbungsgespräch.

Thomas:
Wir wollen Bewerbung einfach jederzeit und überall möglich machen. Die Aufnahme des Videos soll dabei einfach und intuitiv sein, wir und unterstützen Neulinge, die noch keine Videoerfahrung haben durch Tutorials in der App.

Benjamin:
Viele Unternehmen haben die Herausforderung Bewerber anzusprechen, wissen aber nicht wie. Wir haben einen Scanner für unsere App entwickelt mit dem Bewerber alle Logos der Unternehmen einscannen und dann direkt auf die Stellenanzeigen gebracht werden. So kann man sich überall über Jobs informieren und der weiße Zettel mit “Aushilfe gesucht – hier anrufen” stirbt dann hoffentlich aus.
Mit der App bieten wir dem Bewerber dann noch an, dass die eigenen Bewerbungsunterlagen nachverfolgt werden. Jeder kennt das, wenn man gefühlte zwei Monate auf eine Antwort auf die Bewerbung wartet. Damit ist jetzt Schluss.
Bei der ganzen Sache ist es uns aber wichtig, dass der Bewerbungsprozess zwar einfach ist, man aber keine Massenbewerbungen versendet. Aus Gesprächen wissen wir, dass Bewerber ihre Unterlagen per E-Mail oftmals an mehrere Unternehmen versenden. Das kommt nicht ganz so gut bei Verantwortlichen an.

Warum beschäftigt euch das Thema Bewerbungen eigentlich so?

Thomas:
Wir haben ja beide unsere Erfahrungen im Personalbereich gemacht und haben auch zahlreiche Freunde, die Probleme haben Jobs – auch neben dem Studium – zu finden. Motivationsschreiben erstellen macht weder Spaß noch sticht man damit irgendwo heraus.

Wir haben uns immer auf Vorstellungsgespräche gefreut, da können dann Bewerber wirklich zeigen wer sie sind was sie können. Gerade im Bereich Dienstleistung ist das Auftreten viel mehr wert und wir wollen Bewerbern die Chance geben sich frühestmöglich so zu präsentieren wie sie sind.

Ihr kommt ja auch aus einer studentischen Gründungsinitiative. Hat euch eure Uni und euer Studium bei eurem StartUp unterstützt oder habt ihr hauptsächlich durch eure Initiative gelernt?

Benjamin:
Unsere Hochschulen haben schon versucht uns zu unterstützen wo sie konnten. Mit Wettbewerben, Räumen, Zugang zu kostenlosen Weiterbildungskursen und Tipps. Man darf dabei aber nie vergessen, dass Hochschulen auf die Lehre spezialisiert sind und Entrepreneurship eine Sache ist, die man nur bedingt theoretisch lernen kann.

Thomas:
Ich kann mich noch an das erste Gespräch mit einem Kunden erinnern, mit dem wir über PREPARO gesprochen haben. In diesen Gesprächen habe ich mehr gelernt als im Hörsaal (lacht).

Es hat aber unglaublich geholfen, dass wir mit Gleichgesinnten den Entrepreneurs Club Rostock e.V. und Wismars Entrepreneurs e.V. gegründet haben. Da haben wir dann Leute getroffen, die ähnliche Visionen hatten und sich gegenseitig wirklich geholfen haben. Es war “damals” eine tolle Zeit. Besonders die Gründung des Gründermagnets in Berlin war echt toll. So viele Studierende aus verschiedenen Gegenden, die eine gemeinsame Sache verfolgten. Es ist auch echt toll zu sehen wie diese Initiative immer weiter wächst.

Ich kann Studierenden nur raten sich die lokale Initiative vor Ort genau anzuschauen. Man kann eine Menge lernen von anderen und vielleicht auch endlich mal unbeschwert über Ideen philosophieren. Wenn es noch keine Initiative gibt, können sich die Leute ja bestimmt an euch wenden.

Mittlerweile habt ihr euer Studium abgeschlossen und seit nach dem SpinLab in Leipzig beim Microsoft Accelerator in Berlin gelandet. Wie sieht euer Leben dort aus und welchen Tipp könnt ihr studentischen Gründern bezüglich solchen Accelerator-Programmen mitgeben?

Benjamin:
Ja, wir sind in den letzten Monaten echt rumgekommen und haben eine Menge interessante und schlaue Leute getroffen. Wir haben dadurch echt viel lernen können und sind allen dankbar, die uns unterstützt haben mit ihrer Kritik, Hilfe oder einfach durch Zuhören.

Wir haben uns für beide Accelerator-Programme bewusst entschlossen, weil wir das Gefühl hatten, dass es das beste für PREPARO ist und uns auch persönlich weiterbringt.

Bei Microsoft haben wir jetzt die Möglichkeit einen ganz großen Schritt nach vorn zu machen. Man merkt hier, dass es sich um einen Konzern handelt, der mittlerweile verstanden hat, dass Innovationen wichtig sind. Wir haben hier große Offenheit, auch von Entscheidern entgegengebracht bekommen und lernen jeden Tag neue interessante Leute kennen.

Thomas:
Wenn man vorhat sich für Accelerator-Programme zu bewerben sollte man sich über verschiedene Sachen Gedanken machen.

Wie sind die Konditionen des jeweiligen Programms? Nehme ich in Kauf, dass ich Anteile abgebe an einen Accelerator usw.?
Welchen Mehrwert kann der Accelerator für ich haben? Steht dahinter ein Konzern, der passt, eine Hochschule usw.?
Was könnte das Programm von mir haben, gibt es spezielle Interessen? Mit PREPARO haben wir z.B. wohl weniger Erfolg bei einer Bewerbung in einem FinTech-Accelerator.
Bin ich bereit die ganze Zeit vor Ort zu sein? Schaffe ich den Sprung aus der Comfort-Zone?

Thomas:
Die Büroräume, die wir haben, befinden sich auch echt zentral in Berlin. Veranstaltungen wahrzunehmen ist in Berlin auch echt leichter. Hier ist immer irgendwas los im Bereich Entrepreneurship. Wir sitzen natürlich auch sehr viel an unserem Produkt, bekommen aber Kontakte, die PREPARO extrem weit nach vorn bringen. In den letzten zwei Wochen haben wir auch sehr viel über Investment gelernt und was man als Startup falsch und richtig machen kann.

Es ist echt ein Schlaraffenland für fleißige Entrepreneure.

Zum Schluss: Ein studentischer Gründer sollte….

Thomas:
… sich nicht von negativen Meinungen zum Gründen aus der Ruhe bringen lassen und immer fleißiger und hungriger sein, als die anderen.

Benjamin:
… sich mit anderen zusammentun und keine Angst haben über Ideen zu sprechen. Je mehr schlaue Menschen man fragt, desto mehr lernt man über sich und sein Unternehmen.

Vielen Dank für das Interview.
Weitere Informationen unter: www.preparo.de

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